Die erste Frage...

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19.11.2023 12:29 (zuletzt bearbeitet: 19.11.2023 13:17)
avatar  Scope
#1
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Ich habe eine Frage, die ich mir seit vielen Jahren stelle, zu der ich aber nirgendwo eine auch nur annähernd befriedigende Antwort bekommen konnte.
Eigentlich sind es gleich zwei Fragen, die miteinander verwandt sind.

Ich gehöre bekanntlich zu den 0,37 % ;) der Hifi-Hörer, die in ihrem Hifi-Leben überhaupt jemals an einem kontrollierten, dokumentierten Blindtest teilgenommen haben. Bisher sind es über 10 solcher Tests gewesen.
Darüber hinaus gehöre ich zu den 0,13 % ;) der Hifi-Hörer, die in der Lage sind, die Geräte messtechnisch vor solchen Tests näher zu überprüfen.

Das soll lediglich eine Einleitung zu meinen Fragen sein.
In einem anderen, der Esoterik nahe stehenden Forum las ich gestern etwas über das "Einspielen", sowie das "Warmspielen" von Geräten. Dabei geht es erst mal nicht um Tonabnehmer oder Schallwandler, sondern vielmehr um Elektronik.

Bei Tonabnehmern, Schallwandlern oder sonstigen Einheiten, in denen es möglicherweise zu sehr geringfügigen akustischen "Effekten" durch Veränderungen der Materialeigenschaften (Nachgiebigkeit) kommen könnte, frage ich mich aber dennoch, wie man diese über Wochen verlaufende Veränderung als Mensch überhaupt isolieren könnte. Der Mensch ist bekanntlich keine konstant arbeitende, kalibrierte Maschine, die über Wochen hinweg konstante Ergebnisse im mikroskopischen Bereich liefern kann. Ich denke, dass bereits bei dieser Definition die größten Irrtümer und kontroversen Ansichten vorhanden sind. Die subjektive Wahrnehmung wird mit einem Messgerät verwechselt.

Aber das nur nebenher. Meine erste Frage gilt der Gerätegattung CD-Spieler, DAC, Phonostufe, Vorstufe und Endstufe, sowie deren Verhalten in der "Warmlaufphase".

* Was verändert sich bei diesen Geräten während der Warmlaufphase (30 Min bis 1 Stunde?), was letztendlich dazu führen soll, dass die Geräte nach dieser Zeit angeblich eindeutig besser, zumindest aber eindeutig "anders" arbeiten ?
Es muss sich zwangsläufig um eine technische Eigenschaft handeln, die an einem technischen Gerät stattfindet. Und wie bei allem in der Technik, spielt hier selbstverständlich auch die Größenordnung eine Rolle.

Es geht also nicht alleine um rein prinzipielle Dinge, sondern auch um die Größenordnungen. Im aktuellen Faden eines anderen Forums, wird von ganz erheblichen, sehr deutlich vernehmbaren Veränderungen gesprochen. Dass solche Definitionen mit ganz erheblichen Größenordnungen verbunden sein MÜSSEN, steht wohl außer Frage, oder?

Dieselben Fragen stelle ich mir bei der angeblichen Einspielzeit, die Phonostufen, Verstärker aller Art, oder auch CD Spieler benötigen, um letztendlich ANDERS zu arbeiten, sprich anders (natürlich besser) zu klingen. Welche Eigenschaften verbessern sich, und warum ist keiner, wirklich keiner der Behauptenden in der Lage, solche Fragen angemessen zu beantworten? Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang auch, dass diese Leute in der Regel keinerlei Messtechnik verwenden, und keinen Nachweis über einen kontrollierten, dokumentierten Blindvergleich vorweisen können, und auch nicht wollen.


Die Fragen stehen aber dennoch im Raum, und zumindest ich halte sie für sehr interessant. Gibt es (hier) ein paar Antworten?


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19.11.2023 14:41
avatar  41199
#2
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Forumsgründer

Ich glaube nicht, dass das Einspielen/Warmspielen einen Einfluss auf den Geräteklang hat.
Die Warmlaufphase ist, denke ich, viel mehr das persönliche Ankommen beim Musikhören.
Man schaltet ab, hat vielleicht zu Anfang nach der falschen Platte gegriffen, die nicht zur momentanen Stimmung passt.
Dies wird dann einfach höchst wichtig anderen Menschen als Fähigkeit verkauft, irgendetwas zu hören.
Ein Tonabnehmer spielt auch nicht 100 Stunden ein, sondern man braucht einfach 100 Stunden um sich mit seiner Anschaffung anzufreunden.
Der Krempel klingt dann am Ende nicht besser, nein, man hat sich einfach nach einer gewissen Zeit an das Zeugs gewöhnt.


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19.11.2023 15:00
avatar  MacMax
#3
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Ich kann hier nichts sinnvolles beitragen…außer- dass das Problem nicht die Ohren, sondern eher der Inhalt von dem Ding ist, woran die befestigt sind.

*alle Angaben wie immer ohne Gewähr*
>Too many roads but too less time…<

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19.11.2023 15:19 (zuletzt bearbeitet: 19.11.2023 15:28)
avatar  Scope
#4
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Sollten sich die Hochaudiophilen denn so täuschen? In einem Forum für angewandte Esoterik las ich vorhin, dass man die Unterschiede zwischen einem mollig warmgespielten, und einem nicht so warmgespielten Gerät besonders gut und glasklar heraushören könne, wenn man beide Zustände über einen Cassettenrecorder oder ein Tonbandgerät (ja, richtig gelesen) aufnimmt, und die Stücke dann direkt hintereinander anhört....Tolle Idee....Tolle Leute ;)

Himmelweite Unterschiede sollen dann zu hören sein. So klar und deutlich wie "in etwa" die Differenz zwischen einem 1974er Pocket Mittelwellensuper und einer gut aufgenommenen SACD, die man im Tonstudio hört. Also schon ganz schöne Differenzen...oder?

Die sollte man aber irgendwie mit einem Geodreieck oder einer Haushaltswaage vermessen können, meine ich....


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19.11.2023 16:21 (zuletzt bearbeitet: 19.11.2023 16:21)
#5
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Es ist ein weites Feld und ich muss in vielen Foren ständig eine Faust in der Tasche machen.

Das Komponenten nach einer Aufwärmphase erst ihre volle Leistungsfähigkeit erreichen, mag sogar durchaus sein, ich will es nicht in Frage stellen, zumal ich das Gegenteil nicht belegen könnte. So ist vieles nicht belegbar, wo sich bei mir jedoch der gesunde Menschenverstand einschaltet.

Von Vorhängen, die durch den Einsatz bestimmter USB Kabel für die digitale Signalübertragung weggezogen werden, größerer Bühne bei der Verwendung bestimmter Schrauben, die das System im Headshell halten, bis hin zu "wärmer abgestimmten Headshellkabeln", findet sich in den einschlägigen Foren so mancher Komplettunsinn, meist mit vor Stolz geschwellter Brust vorgetragen.

Man kauft audiophile Wandsteckdosen und Sicherungen, positioniert Klötzchen und Kügelchen für viel Geld im Raum und philosophiert über die deutliche Klangverbesserung durch richtungsgebundene Kabel, die man vorher tagelang 'eingebrannt' hat.

Ein kollektives Aufwachen würde eine sehr gut verdienende Branche in den Ruin treiben...

Gruß
Michael

plattenspieler-forum.de


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19.11.2023 17:01 (zuletzt bearbeitet: 19.11.2023 17:02)
avatar  Scope
#6
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Zitat
Das Komponenten nach einer Aufwärmphase erst ihre volle Leistungsfähigkeit erreichen, mag sogar durchaus sein,



Wie ich ja bereits in #1 schrieb, ist das prinzipiell (!) nicht selten der Fall. Um es mal in Zahlen auszudrücken, kann es -um ein Beispiel zu verwenden- durchaus sein, dass an irgendeiner Endstufe 2 Minuten nach dem Einschalten unter bestimmten Bedingungen die zweite Harmonische (also H3 oder eben K3) noch um -87 dB liegt, während sie sich nach 30 Minuten bei etwa -90 dB stabilisiert halt. Daher sollten viele Geräte auch erst nach 30 Minuten kontrolliert und/oder Justiert werden.

All diese Veränderungen sind aber viel, und zwar sehr viel zuweit davon entfernt, nachweislich gehört zu werden. Das können sich viele Leute einfach nicht vorstellen, da sie mit den technischen Dingen nichts zu tun haben (wollen), und ihnen auch die "andere Seite", also die Laborseite vollkommen fremd ist.

Würde ein fiktives Gerät -um wieder ein Beispiel zu verwenden- 2 Minuten nach dem Einschalten mit einer zweiten Harmonischen um -35 dB daherkommen, und sich diese Komponente nach einer Stunde bei -85 dB stabilisiert hätte...also nur rein fiktiv, dann wäre ein Warmlaufen notwendig, und unter gewissen Umständen auch hörbar.

Es sind also die Größenordnungen, die in diesem Fall (wie in allen Bereichen der Technik) eine ganz besonders große Rolle spielen.


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19.11.2023 18:22
#7
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Na bitte, jetzt ist exakt das eingetreten, was ich beim lesen des ersten Beitrages gedacht habe: scope wird diese Frage selbst beantworten!
Nun bleibt die Frage, wozu stellt er diese dann erst?
Ich habe nicht den Eindruck, dass es in diesem Forum user gibt, die überzeugt werden müssen, dass die klanglichen Unterschiede zwischen zwei Hifi-Verstärkern außerhalb des menschlichen Hörvermögens liegen, es sei denn einer der beiden Verstärker hat einen Defekt.

Beste Grüße Armin von good-old-hifi

gewerblicher Geraffelrestaurator - arbeitet seit 1969 in der Hifi-Branche

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19.11.2023 19:40
#8
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Hi Scope,

Ich hatte erst Heuchleraudiophile anstatt Hochaudiophile gelesen und musste schmunzeln.
Gerade heute habe ich darüber nachgedacht, dass Messwerte allein wenig darüber aussagen, ob einem ein Gerät gefällt.
Klar ist mir, der immer skeptisch gegenüber B&W und dem brit Hifi hype eingestellt war, dass ich von nun an abbitte leisten muss, nachdem ich bei den Darmstädter Hifi Tagen ihr topmodell gehört habe. Ich hatte zu dem Moment keine Ahnung eine 50k € Box zu hören, habe nur ob der Optik gedacht, was das für lächerliche Boxen sind und hatte an dem Tag viele Boxen gehört, die einfach für das Geld enttäuscht haben. Darunter etliche der best bewertesten Boxen überhaupt. Aber die hat mich einfach umgehauen. Ich schreib lieber nicht zu viel dazu, weil die meisten hier bestenfalls mit den Augen rollen würden.
Das Thema mit den DACs, da würde ich gerne mal an einem Blindtest teilnehmen.
Ich mache oft Blindvergleiche LP, CD, streaming. CD mag ich am wenigsten, ergibt wahrscheinlich keinen Sinn. LP mag ich am meisten, offensichtlich bin ich für die reine Lehre damit schon verloren. Das mit den spezial Stromaufbereitern, spezial Netzteilen, Kabeln etc, Einspielzeit da glaube ich nicht daran, dass man das hören kann, das heißt aber nicht, dass es nicht messtechnisch darstellbar wäre.

Die Sache mit dem Verstärker Klang, ich hatte einen CA AXA 35, hochgelobt von der Fachpresse, und nun den DRA800, der hört sich ganz anders an. Der AXA kann nicht laut spielen, hatte keinen Punch etc. Dafür das bessere Phonoteil. Ich denke aber, wenn es jemand nicht hört ist das auch OK, kann er sich viel Geld sparen und einen Auna Verstärker vom Sperrmüll an seine Boxen klemmen.


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19.11.2023 19:53 (zuletzt bearbeitet: 19.11.2023 19:58)
avatar  Scope
#9
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Zitat
scope wird diese Frage selbst beantworten!
Nun bleibt die Frage, wozu stellt er diese dann erst?



Ich habe die Frage nicht beantwortet, sondern lediglich meine Sicht der Dinge, wenn auch nur oberflächlich dargestellt. Ich habe lediglich Ansätze beschrieben.
Optimal und (von mir) wünschenswert wären Reaktionen, oder besser gesagt Antworten aus der Sicht derer, die sich FÜR notwendige Einspielzeiten stark machen, und Fakten, Zahlen und Beispiele vorlegen, die zu einer kontrovers geführten diskussion führen.

Ich stelle diese Frage nach wie vor, und interessiere mich für die Antworten derer, die das eben anders sehen.

Ist das denn so schwer zu verstehen? Und ja......Ich bin mir darüber im Klaren, dass die Chancen dafür in so einem kleinen Forum gering sind. Sie sind es in den größeren Foren aber ebenso, da man diese Diskussion
auf technischer, sachlicher Ebene nur sehr selten führen möchte, wenn man Einspielzeiten für wichtig hält.

Zitat
ch habe nicht den Eindruck, dass es in diesem Forum user gibt, die überzeugt werden müssen, dass die klanglichen Unterschiede zwischen zwei Hifi-Verstärkern außerhalb des menschlichen Hörvermögens liegen, es sei denn einer der beiden Verstärker hat einen Defekt.



Darum geht es in diesem Thread überhaupt nicht, und abgesehen davon bin ich mir da bezüglich aller Leser im Forum auch gar nicht so sicher. Abgesehen davon gibt es durchaus mit Nachweis hörbare Unterschiede zwischen völlig intakten Hifi-Verstärkern. Also Verstärkern, die SO wie sie sind, neu ausgeliefert wurden.

In diesen Fällen lassen sich die Gründe dafür aber ganz einfach mit moderner (und auch mir nicht ganz so moderner) Messtechnik darstellen.


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19.11.2023 20:01 (zuletzt bearbeitet: 19.11.2023 20:11)
avatar  Scope
#10
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Zitat
Gerade heute habe ich darüber nachgedacht, dass Messwerte allein wenig darüber aussagen, ob einem ein Gerät gefällt.



Das trifft nicht nur auf Hifigeräte zu. Es gibt auch Vereine und Interessengruppen, die gerne Trabant fahren. Trotz, oder wegen der schlechten Meßwerte.
Es geht in diesem Fall einzig und allein um die hörbare VERÄNDERUNG. Ganz egal, ob es nach Ein- oder Warmspielen besser oder schlechter werden soll. ;)

Zitat
wenn es jemand nicht hört ist das auch OK, kann er sich viel Geld sparen und einen Auna Verstärker vom Sperrmüll an seine Boxen klemmen.



Damit wärst du dann bereits der Erste, der Armins Behauptung aushebelt. "Es gäbe hier nur Leute, die davon überzeugt sind, dass die klanglichen Unterschiede zwischen zwei Hifi-Verstärkern außerhalb des menschlichen Hörvermögens liegen, sofern sie nicht kaputt sind" ;)

Tja Armin, was sagst du dazu? ;) Da bist du baff....oder?


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19.11.2023 20:19 (zuletzt bearbeitet: 19.11.2023 20:35)
avatar  Scope
#11
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Noch was zum Verstärkervergleich:

Der Cambridge leistet 35W x 2 an 8 Ohm Last. Das ist nicht unbedingt viel, und macht in Verbindung mit einer Kappa 9 (extended mode) vermutlich Probleme.
Wenn man allerdings von "Verstärkerklang" spricht, sollte damit kein "dragrace" gemeint sein, in dem man ferststellt, welchem Gerät zuerst die Puste ausgeht.

Nimmt man zum Test Lautsprecher mit "üblichem" Wirkungsgrad und Impedanzgang, reichen diese 35Watt im 20 Qm Hörraum (Testraum) für Lautstärken aus, die man schnell als "zu laut" empfindet. 5 bis 10 Watt reichen für einen Blindvergleich völlig aus. Es geht nicht um flatternde Hosenbeine oder vibrierende Schränke, sondern um Ortbarkeit, Feindynamik, Ruhe, Farbigkeit, Durchzeichnung, Gelassenheit usw...usw....All den Kram, der immer wieder vorgetragen wird.

Und da bin ich mir sehr, sehr sicher, dass es der Cambridge ganz locker mit einer Accupphase P600, einer Threshold, einer Burmester 911, und jeder anderen Endstufe aufnehmen kann, also nicht zu unterscheiden ist.

In einemmeiner ersten Blindtests haben wir einen 2 x 7 Watt Class D Verstärker mit Batteriebetrieb (wir hatten ein Steckernetzteil) mit einer Burmester 911 verglichen. Niemand konnte einen Unterschied feststellen, solange man den kleinen Verstärker nicht überlastet hat.
Für entspanntes hören waren die 7 Watt aber mehr als genug. Es wurden Lautsprecher von Burmester und Scriptum verwendet.

Vier Testhörer (und ich selbst) konnten die Geräte nicht zuordnen, obwohl es ziemlich große Unterschiede in den Meßwerten gab.


Noch etwas zum "Auna" ;) Gutes Testergebnis, einwandfreie techniswche Eigenschaften.....Im Blindtest mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht von einem Accuphase zu unterscheiden. Das bedeutet nicht, dass ich sowas gerne haben möchte...Ich stehe nämlich auf unnützes "fettes" Zeug mit viel Eisen, dicken Frontplatten usw....

https://www.hifitest.de/test/cd-player/a...-av2-cd508-8859


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19.11.2023 21:24
#12
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Ich bin ja auch recht häufig in benanntem Forum unterwegs und habe durch flapsige Bemerkungen zu Einspiel-, Kabel und sonstigen Esotherikfragen einen gewissen Ruf erworben. Auch zum Thema Eindpielen von Geräten etc.

Auch mir stellen sich oft die Haare auf, was für ein Schwachsinn da erzählt wird. Ich glaube aber, daß da einige Händler mit ihren Fanboys unterwegs sind, die einfach ein konkretes pekuniäres Interesse daran haben, die vielen technisch unmündigen Leser falsch zu informieren und zu verunsichern.

Man muss falsche Informationen nur oft genug unters Volk bringen und dann werden sie geglaubt. Besonders ein ganz besonderer Händler aus dem Kölner Raum betreibt ein sehr subtiles, aber durchaus geschicktes Marketing, um sei überteuerten Highendzeug anzupreisen.

Ich versuche inzwischen, entweder durch flapsige Kommentare oder konkrete Widerrede allzu große Unwahrheiten zu entlarven. Aber immer..... und das ist der wichtigste Punkt dabei... freundlich und sachlich. Es nützt gar nichts, andere zu beschimpfen oder runter zu machen.

Gruß

Andreas


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19.11.2023 21:58 (zuletzt bearbeitet: 19.11.2023 22:01)
#13
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Zum AXA noch ein Punkt, auch leise war das nix für mich, zu soft. Wenn man aufgedreht hat, hat er sich ganz und gar nicht mehr gut angehört.
Mich darf man getrost als Banausen bezeichnen.
In erster Linie möchte ich laut hören und dafür sind Lautsprecher auch da, sonst wären es Leisesprecher. Mit den richtigen Leisesprechern ist der AXA ein richtig guter Verschwächer um im Bild zu bleiben. In Tests wird sogar der kleine Bruder AXA25 als fast noch besser gelobt.
Das ist eine fast leere Kiste, da weiß ich dann auch nicht mehr weiter.


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20.11.2023 07:42 (zuletzt bearbeitet: 20.11.2023 07:44)
avatar  41199
#14
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Forumsgründer

Aus meiner Sicht bleibt diese Diskussion immer schwierig (meistens ergebnislos) und dies aus zwei Gründen:

Dem "Klanghörer" fehlt meist der Wille sich mit den technischen Parametern auseinander zu setzten, wodurch sich die Diskussion nicht weiter bewegt.

Es bleibt meistens bei der Diskussion und der praktische Ansatz fehlt: In einem Workshop / Blindtest erschließt sich die Situation ohne große Worte.

Taunuswanne schreibt zuvor: "Zum AXA noch ein Punkt, auch leise war das nix für mich, zu soft. Wenn man aufgedreht hat, hat er sich ganz und gar nicht mehr gut angehört...
In erster Linie möchte ich laut hören und dafür sind Lautsprecher auch da, sonst wären es Leisesprecher..."
Das mag alles so sein, aber um es zu bewerten, fehlen einfach die Infos drumherum: Was für ein Lautsprecher hängt am Verstärker? Leicht zu treiben, oder für jeden Verstärker eine echte Herausforderung? Wohlmöglich auch noch in einem großen Raum? Vielleicht einfach mehr schlecht kombinierte Rahmenbedingungen als Verstärkerklang.

Ich baue gerade unseren Keller als Hörraum aus. Im Moment spachtele ich den Randbereich der Akustikdecke. Damit mir nicht so langweilig bei der Nummer ist, habe ich gestern ein paar abgetakelte IQ 3140 AT Lautsprecher, einen iPod und einen Braun R1 Receiver in den Raum gewuchtet. Der Lautstärkeregler hang bei gehobener Zimmerlautstärke am Rechtsanschlag, da der iPod recht leise für den Hochpegeleingang des Receivers ist und die Lautsprecher viel zu klein für den riesigen Raum sind. Einfach schlecht kombiniert... Was man aber schon mit diesem Krempel hört, ist der Einfluss des Raumes auf die Wiedergabe. Da tut sich mehr als bei jedem Komponententausch. So differenziert im Bassbereich hat bisher in keinem meiner Räume eine Anlage geklungen. Das macht schon mit dem Sperrmüll richtig Laune und macht Lust auf mehr.

Jemand mit technischem Blickwinkel sagt sich jetzt wahrscheinlich logisch, denn optimierte Nachhallzeit, bessere Diffusion/Absorption, ...
Ist das Grundgespür hierzu nicht da, würde 5 Minuten unkommentiertes hinhören mehr als jede Diskussion bringen.


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20.11.2023 09:16 (zuletzt bearbeitet: 20.11.2023 09:23)
avatar  Scope
#15
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Der Axa25 ist ein Chipverstärker, der es auf 2x25 Watt (Herstellerangabe) bringt. Das Gerät ist auch im Bereich der Vorstufe hochintegriert, was riesige Platinen überflüssig macht.
Mit deinem Hinweis darauf, dass der kleine "laut Test" sogar besser klingt als der große, beziehst du dich möglicherweise auf "Low Beats", ein Onlineportal, das -selbstverständlich- die Aufgabe hat, über irgendwelche Klangunterschiede mit den in der Hifipresse üblichen Begriffen in den Raum zu stellen. Differenzieren auf Teufel komm raus ist deren Job, und die Leser, die sich sowas antun, erwarten das auch.

Dennoch ist so ein kleiner Verstärker nicht für Leute gebaut, die vielleicht noch an sog. "watthungrigen" Lautsprechern stets besonders laut hören möchten. Und es ist auch kein Gerät für Leute wie mich, die auf "sinnlos schweres Material" stehen ;)
Da empfehle ich eine Thomann Endstufe für 250 € (2 x 150W oder mehr), die natürlich auch "null Charme" und mäßige Verarbeitung liefert...Dafür aber Power.

Abgesehen von der Stereophile gibt es m.W. kein Onlineportal, das im Umfang eines Tests auch Messungen der Geräte veröffentlicht. Daher konnte ich zu den Cambridge Geräten auch keine verwertbaren Daten finden. Der normale Standard-Audiophile schert sich um sowas nicht und möchte nur Text lesen, der die Höreindrücke (ob nun fiktiv oder nur subjektiv) irgendwelcher fremden Leute darstellt.
Ich gehe auch nicht davon aus, dass man bei "low beats" irgendwelche fairen, kontrollierten Hörtests (Blindtests) durchführt, da das die anvisierte Zielgruppe (die Leser) bestenfalls verärgern würde.

Und nochmal: der Sogenannte Verstärkerklang ist nicht einem Test gleichzusetzen, in dem man überprüft, welchem Gerät zuerst der Saft ausgeht. Jede hochgelobte 15000 € teure Eintaktflasche würde mit ihren 4 bis 6 Watt Schiffbruch erleiden....

Es geht also um das Verhalten bei moderaten, bis leicht erhöhten Pegeln. also Lautstärken, die bei regelmäßiger Anwendung eben NICHT zu Hörschäden führen. Dazu reichen die 25 (oder eben 35) Watt pro Kanal durchaus.

Wenn die Unterschiede unter diesen m.E. als normal zu bezeichnenden Pegeln so groß wären, wie man sie in Foren ab und zu gerne darstellt, wäre es für unsere "BT-crew" ein Leichtes gewesen, diverse Miniverstärker vom Sperrmüll
mal eben so von den teuren und sehr teuren Geräten zu unterscheiden. Aber das konnte bislang keiner.

Das mag daran liegen, dass keiner dieser Billigverstärker (bis auf einen, den wir auch erkannten) technische Auffälligkeiten zeigte. Sie machten zwar "unter der Lupe" etwas größere Fehler, die allerdings sehr weit unter den wissenschaftlich gut untersuchten, anerkannten Hörschwellen lagen.

Ich halte es daher für sehr, sehr unwahrscheinlich, dass die Cambridgegeräte derart starke "Fehler" produzieren, dass man es sofort und unverblümt bemerkt.
Um das festzustellen, gibt es jedoch nur ein einziges Mittel....Den kontrollierten Hörvergleich zweier Geräte.


Wenn Volker seinen Raum fertig hat, wäre ich ggf. dazu bereit, nochmal einen extremen Blindtest durchzuführen.

Meine Idee : Zwei identische Verstärker, technisch komplett überprüft. Bei einem werde ich den Ruhestrom komplett "deaktivieren" (class B), was zu relativ hohen Verzerrungen führt. Andere Vorschläge?? ;)

OK...alles OT, aber durchaus mit dem Thema verwandt. ;)


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