Vintage Anlage kaufen, was beachten?

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27.03.2024 10:50 (zuletzt bearbeitet: 27.03.2024 10:52)
#1
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Hallo zusammen,

vielen Dank für die neue Rubrik.

Ich plane in den nächsten Monaten meine Zweitanlage zu verkaufen und dafür eine Vintage Anlage anschaffen.
Es wäre toll wenn ihr mir ein paar Tipps geben könnt.

Geplant wäre ein 70-er Jahre oder früher 80-er Jahre Receiver/verstärker, vielleicht im Holzgehäuse, oder mit Holz Seitenteilen und ein alter Plattendreher und ein paar alte Lautsprecher. Ich bin wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt nicht in der Lage viele hundert € in die Zweitanlage zu stecken. (Wobei ich einräumen muss, dass einiges Geld in Platten gesteckt wurde)
Ich denke dass ich ein kleines, altes Holzsideboard kaufe unten Platten reinstopfe und oben die zwei Komponenten drauf stelle. Es mag sich evtl auch ein CD Player dazugesellen und vielleicht ein kleiner streamer/Dac. Vielleicht ein paar alte Cantons dazu, oder eine alte englische Box.

Vielleicht könnt ihr mir ein paar Tipps geben?

> Ist es ratsam ein defektes "für Bastler" Gerät zu kaufen, da auch ein funktionstüchtiges Gerät mutmaßlich einen Service braucht und man dafür eh einen größeren Betrag einplanen muss?

> Beim Plattendreher hab ich noch überhaupt keine Ahnung in welche Richtung das gehen soll.
Ich hatte früher bereits einen alten SABA wohl aus den 80-er Jahren, der erstaunlich gut geklungen hat.

ich freue mich auf eure Hilfestellungen.
VG


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27.03.2024 11:35
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#2
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Forumsgründer

Hallo,

dann gebe ich mal meinen Senf dazu:

Hörst Du noch Radio, oder eher nicht? Falls das Radioteil verzichtbar ist, würde ich nicht auf den gehypten Receivermarkt aufspringen, sondern zum Vollverstärker tendieren.

Holzgehäuse oder Holzseiten sind Pflicht? Falls ja, wird es stärker auf die 70er hinauslaufen, da Du ja auf ein begrenztes Budget hinweist. In Holz verpacktes aus den 80ern war mehr im höheren Preisgefüge verortet.

Was darf denn was kosten? Bevor Du jetzt viele Vorschläge bekommst die so gar nicht passen, solltest Du das grob eingrenzen.

Kaufen würde ich persönlich von privat (kein Sammler), also ein ehrliches Gebrauchtgerät. Nicht so eine Geschichte aus "kundiger Hand" mit vermeintlicher Revision, die kein Mensch überprüfen kann. Die Foren und Verkaufsplattformen sind ja voll von diesen Hobbyaufkäufern, die irgendwelchen Krams durchhandeln.
Also besser günstig kaufen und falls es später im Betrieb zu Problemen kommen sollte, zielgerichtet reparieren (lassen).

Plattenspieler würde ich persönlich ohne Automatikfunktionen bevorzugen. Einfach weniger Mechanik die Ärger machen kann.
Was schönes von Technics oder ein anderer Japaner. Vielleicht einen kleinen Thorens. Ausgesprochene Dual-Freunde mögen das wieder anders sehen.

Lautsprecher müssen natürlich gefallen, aber eine alte Kef oder was von Canton ist ja grundsätzlich haltbar.

Hilft Dir das als Einstieg in die Diskussion weiter?

Grüße, Volker

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27.03.2024 14:20 (zuletzt bearbeitet: 27.03.2024 14:21)
#3
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Hi Volker,

danke, das hilft auf jeden Fall.
Ich hatte heute schon ein paar Dual Anlagen angeschaut, zb HS28 430 in Nussbaum, das wäre allerdings eine Kombi Plattenspieler mit Verstärker, aber auch einzele Komponenten gibt es teils recht günstig.

Ich würde versuchen unter 300 € zu bleiben, Radio ist verzichtbar. Was nicht so gehyped wird sind die einheimischen Dual, Saba Siemens, Grundig (fine arts) etc Verstäker, die vermutlich zumeist japanische Zukaufware waren. Phillips ist auch oft recht günstig zu bekommen.
Wenn nicht holz(optik) könnte ich mir auch Braun Geräte vorstellen, die "nicht Atelier" finden sich oft überraschend günstig.

Technics Dreher sind doch meist eher teuer, profitieren vom Image der direktbetriebenen zb SL1200?
Denon, Sony, Marantz bin nicht sicher ob die aufgerufenen Preise hier gerechtfertigt sind. Ich sag nur Sony Esprit Serie, die mir
natürlich sehr gut gefällt.


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27.03.2024 14:30
#4
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Da grade zum x-ten Mal der „Vintage“ Amp im Wohnzimmer den Geist aufgegeben hat, hatte ich keine Lust mehr auf Altgeraffel und habe mir für 330€ einen Yamaha AS 301 geholt. Wenn es Holzseitenteile hätten sein müssen wäre es wahrscheinlich der NAD 3050 geworden, leider etwas teuer.
https://nad.de/product/nad-c3050-stereo-verstaerker/
Beim Plattenspieler würde ich nach einem 160-bzw 166er Thorens schauen.


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27.03.2024 14:54 (zuletzt bearbeitet: 27.03.2024 14:58)
avatar  41199
#5
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Forumsgründer

Wenn der Spaß in Summe unter dreihundert Euro enden soll, dann würde ich in den Kleinanzeigen nach einer Komplettanlage schauen. Da aus einzelnen Komponenten etwas wirklich tolles zusammen zu stellen wird aus meiner Sicht schwierig werden.

Die echten Klassiker sind dann im Budget nicht drin, sondern mehr die damalige Mittelklasse. Hoffentlich meldet sich da noch jemand, der da den Markt besser im Blick hat. Ich schiele immer nach Teilen, bei denen ich mir damals am Schaufenster die Nase plattgedrückt habe.

Im Analogforum verkauft jemand seinen Technics SL-1200 in der Urversion für EUR 310,-. Das ist für mich ein Plattenspieler, der einfach sein Geld wert ist. Toll verarbeitet, hat 45 Jahre gehalten und hält nochmal so lange. Den guten Ruf hat so ein Teil zu recht. Ein Kumpel hat davon die Laufwerksversion, auf die ich einen JVC Tonarm gebastelt habe. Der ist zufrieden und will nichts anderes mehr.
Mit Glück gibt es vielleicht auch einmal einen kleinen Thorens für kleines Geld, der aber komplett sein sollte. Fehlen die Haubenscharniere, ist schon vorbei mit günstig.

Yamaha hat für mich den Charme, dass sie ihrem Design treu geblieben sind. Hier kann man die Altgeräte wunderbar mit einem neuen CD-Spieler kombinieren, oder einen aktuellen Verstärker mit Altgeräten.

Vorm Arm abgesehen, sieht der Technics so aus:
file.php?url=http%3A%2F%2Ffiles.homepagemodules.de%2Fb887469%2Fsecure%2FZng2UjdCMjMwIzZMdFIzWzN4NFJwQjIzOSM1TDlSblsyeF9STkJpM3EjckxKUk9bUHhZUgistgleichistgleich.jpg%2F312449072d5c263d4d5e83b5546fe7df%2F6604278c%2Fa97157.jpg&r=1&content=Technics_SL-120

Grüße, Volker

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27.03.2024 17:31
#6
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Ich hatte in meiner Jugend immer von einer FineArts Anlage geträumt,
Grundig Fine Arts A 903 gibt es zuweilen unter 100 €.

Vintage Boxen zb Bang & Olufsen, oder auch Braun oder meine Favorisierte Marke Canton teils auch sehr günstig.
Thorens schau ich natürlich auch, die sind (aus gutem Grund) immer recht teuer. Was haltet ihr von SABA oder anderen deutschen Marken?


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27.03.2024 18:54
avatar  41199
#7
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Forumsgründer

Was ist denn mit den Blaupunkt Artech Sachen?
Das waren umgelabelte Yamaha und Sansui Sachen und einen Thorens Dreher gab es auch mit Artech Logo.

Grüße, Volker

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27.03.2024 22:43
avatar  hififan
#8
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Das hat zusammen 20 EUR gekostet. Plus die neuen Sicken für 20 EUR.

Den beiliegenden Plattenspieler konnte ich für 5 EUR weiterreichen, ein weiteres Paar der gleichen Lautsprecher war für den Preis auch dabei.

Grundsätzlich funktioniert der alte Kram oft sehr lange störungsfrei.

Schönes altes Geraffel? Her damit!

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28.03.2024 07:08
avatar  hpk
#9
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hpk

Der A903/ 904 ist doch ganz hübsch. Die gibt es ja auch oft im Komplettpaket.

Als dazu gut passender Plattenspieler fällt mir der Dual CS750 - dann in schwarz ein.

Solltest Du die FineArts mit Holzwangen finden, könnte auch ein Thorens TD3xy passen. Die gab es in diversen Holzausführungen. Ein TD146/ TD16x mit schwarzer Abdeckung könnte auch passen. Aber die Haubenscharniere der TD1xy sind nicht selbsthemmend. Einmal vergessen und es kann Tonabnehmer Nadelsalat geben. Scharniere der TD3xy kann man mit wenig Aufwand umrüsten.

Lautsprecher, was suchst Du? Regal-, Standlautsprecher, kleine auf einem Ständer? Wandnah, frei platziert?

Neue und alte Gerätschaften - Elektronik fast ausschließlich in Schwarz gekleidet mit so wenig Anzeige als möglich, wenn möglich, gedimmt oder aus.

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28.03.2024 07:27
avatar  41199
#10
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Forumsgründer

Mensch Dirk, stell doch einmal ein Foto ein, in dem ein wenig Liebe steckt...

Im Old-Fidelity-Forum eckt der Pufftrompeter gerade mit der These an, dass das alles 40-50 Jahre alter Krams ist, der von jetzt auf gleich das Zeitliche segnen kann. Da liegt er natürlich richtig. Daher ist es eigentlich gar nicht so schlecht günstig einzukaufen. Sollte der Krams nach einer Zeit defekt sein, dann fällt die Trennung davon leichter. Bei 50 Euro Einstandspreis lohnt eine 100 Euro Reparatur nicht wirklich.

Anders ist dies natürlich bei den teuer gehandelten Klassikern.

Auch eine Rolle spielt ganz klar die bisherige Nutzungsdauer der Geräte. Billige Klamotten wurden wahrscheinlich nur gekauft, weil eine Stereoanlage seinerzeit einfach zur Einrichtung dazu gehörte. Lief diese dann nur einmal die Woche für die Sportschau und ab und an für eine der drei daneben stehenden Platten, wird sich das positiv auf die Haltbarkeit ausgewirkt haben.

Die Class-A Endstufe des wahren Musikliebhabers hingegen wird nach 25 Jahren intensiver Nutzung tatsächlich gar gekocht sein.

Vielleicht gibt es im preiswerteren Marktsegment tatsächlich die sorgenfreieren Schnäppchen.

Grüße, Volker

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28.03.2024 10:08 (zuletzt bearbeitet: 28.03.2024 10:11)
#11
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vielen Dank für eure Tipps, besonders zu den Plattenspielern.

Ich hatte ja mit Vintage Hifi angefangen, B&O CD Player, Sony TA-F450D, Saba Dreher.
Die Sachen waren überaus günstig, zur Wahrheit gehört aber auch, dass der B&O und Sony überholt wurde, von einem Profi aus der Familie, hätte ich das bezahlen müssen, hätte der Preis der Anlage über Einstiegshifi gelegen. Theoretisch könnte ich gekaufte Sachen dort repaieren lassen, praktisch darf ich die Freundlichkeit aber nicht unbegrenzt ausnutzen. Die Frage ist natürlich, wenn erst mal überholt, hat man an den Geräten dann länger Freude als an heutigem Wegwerf Hifi. Aber...der Sony hat tatsächlich nach einigen Jahren wieder Probleme gemacht.

Vielleicht ist es besser mehr auszugeben um einen Klassiker zu kaufen und dann auch zu erhalten. Offenbar muss man hier einen Wert über den reinen Nutzert hinaus in den Komponenten sehen (können).

Die Idee, sich Yamaha näher anzuschauen, gefällt mir auch sehr. Hier könnte man ja alt und neu mixen.
Und die Geräte sind gebraucht recht günstig zu bekommen. Ansonsten glaube ich auch, dass ich die beholzten Fine Arts Sachen hegen und plegen würde.

Die LS wären optimalerweise kleine Regallautsprecher, da Zweitanlage im Arbeitszimmer.

Ich habe ja auch noch die Canton Chrono 513, die an sich gut sind, aber dann einfach optisch nicht mehr passen würden.
Vielleicht fange ich erst mal mit dem Dreher an, der könnte dann an den Ayima angeschlossen werden.
Ich halte euch auf dem Laufenden und bin für weitere Tipps und Hinweise dankbar.
lg


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28.03.2024 11:40
avatar  41199
#12
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Forumsgründer

Jedes Hobby und alle Anschaffungen kosten Geld.

Den Kostenrahmen für den Einstieg hast Du selbst in der Hand.

Bei den Folgekosten (Reparaturen) kannst Du Glück oder Pech haben. Entweder ein Gerät macht die Grätsche oder der Plunder läuft noch lange klaglos weiter.

Bei Verstärkern oder Plattenspielern würde ich das unproblematisch sehen. Tendenziell geht wenig kaputt und Kontaktprobleme bekommt der Hobbybastler gut in den Griff.

Tapedecks mit verschlissener Mechanik oder CD Player mit Laufwerks- oder Laserproblemen sind da eine Hausnummer.
Hier muss man abwägen: Bezahlbares Neugerät oder Freude mit dem edlen Klassiker mit spontanem Totalschadenpotential.

Grüße, Volker

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29.03.2024 00:42
avatar  Pedi
#13
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im dualforum werden öfter geräte verkauft.
sind meist von kundiger hand hergerichtet, revidiert und funktionieren.


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04.04.2024 12:26
#14
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Hallo zusammen,

ich habe aufgrund günstiger Gelegenheit einen Yammi R-S300 erstanden, der Yammi P 220 und eine Holzkommode gesellen sich morgen abend hinzu. (Fotos folgen) Wie hier geschrieben wurde, durch das in vielen Jahre kaum geänderte Design, kann irgendwann noch ein gescheiter Yamaha CD Player passend dazu gestellt werden. Danke für eure Tipps. Der R-S300 hat einen recht guten Radioempfang und hört sich pure direct ganz gut an.

Die richtige Vintage Anlage kommt auch noch irgendwann, als 4. Anlage.


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04.04.2024 12:35
avatar  41199
#15
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Forumsgründer

Ein Mann der Tat! Finde ich gut, dass Du auch zeitnah eine Entscheidung getroffen hast.

Glückwunsch zur neuen Anlage.

Grüße, Volker

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