Marantz 8B , Baujahr (ab) 1965

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15.11.2023 19:10 (zuletzt bearbeitet: 15.11.2023 19:34)
avatar  Scope
#1
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Aus dem Forum kommt diese wertvolle Marantz 8B, die bei Vintage Fans anscheinend einen hohen Stellenwert besitzt. Die verlangten Preise sind geradezu abenteuerlich.
Das Gerät war noch im Originalzustand. Es wurden seit den 60er Jahren noch keine verlöteten Bauteile ausgewechselt. Jetzt ist nochmal ein komplett neuer Röhrensatz verbaut worden. Zusätzlich
sollte ich mal "von unten" nachschauen, ob alles noch so ist, wie es sein soll.

Das Gerät hat etwas Patina, und vielleicht auch ein paar Rostpickel angesetzt. Das ist nach fast 60 Jahren aber ok.


Über einen vierfach Schalter kann man bequem den Bias der viel EL34 ablesen...und an vier Trimmern nachstellen.


Über zwei weitere Trimmer (AC Balance, rechts am Gehäuserand) lässt sich das Klirrverhalten geringfügig beeinflussen.


Es war letztendlich weniger auszuwechseln, als ich vermutet habe. Alle teuer gehandelten "Good-All" Folienkondensatoren befinden sich in einem bemerkenswert guten Zustand. Nicht nur optisch, sondern auch "elektrisch". Die Toleranzen sind geringer als die der 600V Audyn Caps, die ich eigentlich schon bereit liegen hatte. Nachgemessen wurden auch alle im Gerät befindlichen Widerstände, da in solchen Geräten gerne mal ein paar hochohmiger werden. Das war hier nicht der Fall. Alles in der Toleranz.
Schlechter (aber nicht dramatisch) sah es bei den Elkos aus. Einer davon ist ein dreifach-Elko, bei dem ein Kondensator einen ganz erheblichen Leckstrom zeigte, und schlichtweg "fertig" war. Er wurde abgeklemmt und durch ein zusätzliches Einzelbauteil unsichtbar ersetzt.




Damit im Gerät keine bunten Elkos mit "Fujicon" Schriftzug auffallen, habe ich sie mit schwarzem Schrumpfschlauch "getarnt" ;)

So fällt er kaum auf.


Der kleine Doppelelko war ebenfalls schwer angeschlagen. Auch hier wurde etwas "modernes" verwendet, was sich aber gut einfügt.


Der Hochspannungsgleichrichter ist bereits ein Siliziumtyp. Man könnte ihn z.B. durch vier 1N4007 ersetzen, aber das war hier nicht nötig....Alles gut.



Die beiden 1µ5 waren ebenfalls trocken. Wurden durch axiale Philips Typen ersetzt.



Viel "Romantik" gibt es hier nicht....Sie leuchtet nur dezent.


Abschließend ein paar Messungen: Dazu wurden die 8 Ohm Ausgänge und 8 Ohm Last benutzt.




FFT, Ch1 &2 , 1W , 1KHz. Das sind <0,02% THD&N



Amplitudenfrequenzgang, wieder 1W: Kanaldifferenz nur 0,18 dB. Das ist der AC-gekoppelte Eingang. Es gibt auch einen DC gekoppelten, der dort als "Test" bezeichnet ist. -0,8 dB @ 20 Hz stören aber auch AC gekoppelt nicht.



Die Netzstörkomponenten (Bezug 2,83V 1KHz) sind "OK" Bezogen auf 1Watt und 8 ohm werden -76 dB erreicht. A bewertet sind es -90.



THD&N vs. Power, 1KHz Etwa 38W x2 @ 1% . Die Netzspannung während der Messung betrug exakt wie "gefordert" 117V. Importgerät.


Ausgangsimp. und Dämpfungsfaktor: Etwa 0,5 ohm , etwa Faktor 16.


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15.11.2023 19:50
avatar  41199
#2
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Forumsgründer

Sehr schönes Teil. Auch vor meiner Geburt gab es schon spannendes und begehrenswertes Zeugs.

Die Haltbarkeit ist wirklich beeindruckend.


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15.11.2023 20:26
avatar  hififan
#3
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Was ein geiles Gerät. Danke für die Vorstellung.

Schönes altes Geraffel? Her damit!

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15.11.2023 20:33
avatar  MacMax
#4
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Ich könnte mir 10 davon nicht schön kucken…aber, jedem das seine.
Seltene Kiste wohl, danke fürs zeigen!

*alle Angaben wie immer ohne Gewähr*
>Too many roads but too less time…<

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15.11.2023 20:56
avatar  Stu
#5
St
Stu

Toller Bericht! 👍🏼


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15.11.2023 23:58
#6
Bl

Ist doch richtig gut für so altes Zeug . Da hatte ich schon so manches neues Zeug aus China oder Deutschland die dagegen unterirdisch schlecht aussehen .


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16.11.2023 13:16
avatar  Scope
#7
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Da ich gerade in einem anderen Forum etwas über lange Warmlaufzeiten und Einspielzeiten lesen musste:

Marantz 6B einschalten (einstecken, da es ja keinen Schalter gibt)....und nach 60 Sekunden stehen alle Eigenschaften wie dargestellt FEST und verändern sich nicht mehr erwähnenswert.


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16.11.2023 14:08
avatar  hififan
#8
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Warum sollte das - gerade bei Röhren - auch anders sein? Vlt. sinkt der Brumm bei Erwärmung etwas...

Schönes altes Geraffel? Her damit!

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16.11.2023 14:09
avatar  hififan
#9
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Wenn Sie hier auf Links zu eBay klicken und einen Kauf tätigen, kann dies dazu führen, dass diese Website eine Provision erhält.

Habe übrigens das hier gefunden: Werbung: https://www.ebay.de/itm/375026943554?mke...f7-366635356136

Die sieht innen leckerer aus. Faszinierend, wie gut Deine dennoch war.

Schönes altes Geraffel? Her damit!
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16.11.2023 15:20
avatar  41199
#10
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Forumsgründer

Bis auf die paar getauschten Elkos tun sich die beiden Endstufen im Zustand irgendwie nichts.
Was soll da bitte innen leckerer sein?


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16.11.2023 15:49
avatar  hififan
#11
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Weniger Korrosion.

Schönes altes Geraffel? Her damit!

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16.11.2023 16:00
avatar  41199
#12
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Forumsgründer

Na ja...


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16.11.2023 16:04 (zuletzt bearbeitet: 16.11.2023 16:34)
avatar  Scope
#13
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Das linke Gerät hat eine hellere (andere) Lackierung im Innenbereich, und optisch besser erhaltene Elkos. Die Ummantelung scheidet eine wachsartige Substanz ab.
Ansonsten sehe ich keine gravierenden Differenzen.


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16.11.2023 17:19
avatar  hififan
#14
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Mir sind die Elkos besonders aufgefallen.

Schönes altes Geraffel? Her damit!

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16.11.2023 17:21
avatar  hififan
#15
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Aber scopes Reparatur mit dem Teilersatz des Mehrfachkondensators ist eine interessante Lösung. Ich hätte wohl versucht, das ganze Teil auszubohren und dann innerlich neu aufzufüllen. Was eine Qual.

Schönes altes Geraffel? Her damit!

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