Hifi-Zeile Rundgang

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13.10.2023 13:23 (zuletzt bearbeitet: 13.10.2023 13:49)
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#1
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Habe ein ziemlich aktuelles Video im Netz gefunden, in dem ein Rundgang durch die Räume der Firma "Hifi-Zeile" zu sehen ist.
Die Vielzahl der dort aufgetürmten Geräte ist schon beeindruckend, und man kann dort sehr viele, teils hochwertige und auch seltene Stücke von "Mittelklasse" bis hin zu "High End" sehen.

Was mir als "technikverliebter Reparierer", vermutlich im Gegensatz zu 90% der "Zuschauer" besonders auffällt, ist die Werkstatteinrichtung, bzw, die Ausstattung der zwei oder drei Arbeitsplätze. (Minute 12.00)
Ich bin mir relativ sicher, dass man dort saubere Arbeit abliefert, und viele, viele Teile auswechselt, aber auf keinem der Arbeitsplätze habe ich ordentliche Messtechnik gesehen, mit denen man am Ende Geräte prüfen kann, deren Eigenschaften "ab Werk" erheblich besser ausfallen, als man es von einer Röhrenendstufe, oder einem Tapedeck erwarten darf.

Ich frage mich z.B. wie man dort eine uralte Phonostufe überprüft. Einzelmessungen auf Millimeterpapier markieren? Oder vielleicht mit einem Pc, einem Laptop nebst Software?

Kein UPL, kein UPD, kein UPA, kein APX und auch kein klassisches AP System...Kein Stanford Research SR1, kein Dscope III ....nichts. Zumindest erkenne ich da sowas nicht, obwohl ich meine, dass ich dafür "ein Auge" habe ;)
Ist man dort der Meinung, dass man das gar nicht braucht, oder ist man als "alter Mensch" nicht dazu bereit, die Bedienung zu erlernen. Letzteres kann ich mir nicht vorstellen.
Die aufgelisteten Geräte vereinfachen alle abschließenden Qualitätsprüfungen ganz erheblich, und machen viele sogar erst möglich.
An mangelndem Kapital (lach) kann es wohl kaum liegen, da dort mit Sicherheit gut verdient wird.

Ich halte das in der heutigen Zeit für sehr seltsam, zumal die Anschaffung (relativ betrachtet) beinahe nichts kosten würde.

https://www.youtube.com/watch?v=VO-kW0qjCsg


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13.10.2023 13:28 (zuletzt bearbeitet: 13.10.2023 13:34)
avatar  Scope
#2
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Achso...am Anfang des Videos berichtet H.Laudeley, dass die Geräte in seinen Räumen(?) alle angeschlossen und spielbereit seien. Man schaut auf zwei in ein Regal eingepferchte Tascam Bandmasschinen, deren Spulen an eingestopften Dokumenten(?) schleifen würden.
Min :4.45....usw...Also angeschlossen mag ja sein, aber wirklich sinnvoll benutzbar ist bei dieser Menge naturgemäß eigentlich nichts. ;) OK...Vielleicht 10%


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14.10.2023 00:58
avatar  hififan
#3
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Du weißt, wer Holger Laudeley ist? Das ist der Photovoltaik Schwurbelgott... Aber sein Marketing scheint zu funktionieren.

Schönes altes Geraffel? Her damit!

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14.10.2023 08:40
avatar  Scope
#4
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Nö...nie gehört.


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14.10.2023 09:35 (zuletzt bearbeitet: 14.10.2023 09:42)
#5
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Arrrgh die haben einen PDR09 Pioneer CD Recorder im Büro stehen (min 3.35). Obwohl die Zeit des privaten CD Brennens eigentlich vorbei ist stinkt es mir heute noch den Recorder verkauft zu haben. Verarbeitung und Haptik waren schon Klasse.


Wegen Messequipment, steht da bei min. 12.07 links neben dem Oszi nicht irgend so ein Audiotestgerät? Meine da Cinchstecker usw. zu erkennen. Schaut zwar nach etwas älterem mit drei oder vier großen Analogzeigermäusln aus. Am zweiten Platz steht das selbe Teil nochmal.


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14.10.2023 10:32
avatar  Scope
#6
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Das ist ein Burosch NF200 Audiotester. Ähnliche Geräte wurden Ende der 80er Jahre auch von "König Elektronik" für den Service an Autoradios und "normalem Standard Hifi" verkauft.
Damit bekommt man ein paar einfache, aber sinnvolle und praktische Helfer, wie z.B. Lastwiderstände bis 200W, analoge Klirrfaktormessung bis hinab zu 0,1% Vollausschlag, einen Generator, und die Möglichkeit, mit einem Analogscope einfache, eher grobschlächtige Spektrumanalyzen darzustellen. Prima geeignet, um 0,8% K3 an einem Cassettenrecorder darzustellen, und ggf. zu optimieren.
An einer Vorstufe wird man damit keine sinnvollen Messungen durchführen können,da das Werkzeug dafür nicht gebaut wurde. Es ist eher was für´s Grobe. > 15 Jahre zuvor haben Hersteller wie HP oder Sound Technology sowas bereits verkauft, wenn auch nicht mit der breiten Ausstattung.
Für den Service an ganz einfachen Hifigeräten, Autoradios etc. eine sehr sinnvolle Sache, aber wenn es ans Eingemachte geht, sind diese Geräte nicht mehr zu gebrauchen. Ich habe einige davon aus nostalgischen Gründen aufbewahrt . Z.B. den legendären HP3582A.

Ich wundere mich halt, da das Equipment dort mit dem einer 0815 Radio-Fernsehwerkstatt (sofern es sowas heute noch irgendwo gibt)
vergleichbar ist.


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14.10.2023 10:39
#7
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Ah Danke für die Erklärung.
Ist aber dann wirklich komisch. Verstärker usw. auf "Neu" revidieren und dann kann man nicht mal vernünftig testen ob es passt.

Vllt verlässt man sich auch einfach darauf das die meisten Leute es eh nicht hören würden wenn das Teil die Specs nicht 100%tig trifft. Würde mir so jetzt nicht passen wenns mein Laden wäre, aber gut, sein Weg scheint dennoch zu funktionieren.


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14.10.2023 12:05 (zuletzt bearbeitet: 14.10.2023 12:20)
avatar  hififan
#8
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Wie gesagt: Schau den Youtube Beitrag an. Da treffen 2 Verkäufertypen aufeinander, und wenn die uninformierte Käufer treffen, klingelt es in der Kasse. Hochentwickelte Hifigeräte können die nur blind reparieren, meist werden die Dinger dann gut funktionieren. Ob man die ganzen neuen Bauteile braucht / will, sollte jeder selbst entscheiden. Eine Garantie für spezifikationsgerechte Funktion kann es dort nicht geben. Es ist leider so: Ölwechsel am Ferrari in der Hinterhofwerkstatt. Wenn der Schalter kracht, Elkos ausgelaufen sind, dann kommt der klar. Man muss sich nur mal anschauen, welche Geräte der Typ dann doch defekt bei Ebay weiterverkauft. Man merkt sehr schnell, dass der früh am Ende ist. Ähnlich wie ich. ;-)

Schönes altes Geraffel? Her damit!


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14.10.2023 12:53
avatar  08/15
#9
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Einfach den Herr Wittig mal anschreiben und nachfragen.
Ich war das letzte Mal vor Corona da beim Tag der offenen Tür.
Da habe ich mich aber lieber über 'ne Stunde mit Herr Horstmann über seinen Dereneville Plattenspieler unterhalten.

Freundliche Grüße
Jörg

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14.10.2023 13:09
avatar  hififan
#10
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Ja, er kann ja auch ein nettes Kerlchen sein. Aber was soll ich ihn fragen? Er kann keine aussagekräftigen Messungen machen. Und seine Form der Restauration behagt mir nicht.

Schönes altes Geraffel? Her damit!

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14.10.2023 13:36
#11
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Der müsste sich mal mit Lützelchen von PhonoPhono unterhalten.

Der liebe Peter dort sagt nämlich genau das Gegenteil, alte Geräte können mit neuen nicht mithalten 😄😄

Wäre bestimmt interessant


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14.10.2023 13:54
avatar  hififan
#12
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Es kommt darauf an, was das eigene Geschäftsmodell ist. "Wem nutzt es?" ist die zentrale Frage. Auch in der Politik.

Schönes altes Geraffel? Her damit!

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14.10.2023 14:04
#13
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Glaub die leben beide ganz gut 😉


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14.10.2023 14:14
avatar  08/15
#14
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Zitat von Inquisition im Beitrag #11
"alte Geräte können mit neuen nicht mithalten"


Das ist relativ, die Unterschiede zwischen einzelnen Geräten sind minimal, beim normalen Hören sind keine Unterschiede erkennbar.
Zumindest wenn die alten Geräte noch ihre damaligen Spezifikationen erfüllen.
Es fehlen halt die modernen Sachen wie DAC, Streamingfunktionalität usw.
Die Phonoanschlüsse an modernen Verstärkern sind eher schlechter was die Anschlußwerte angeht.
Wenn ich da bei einigen Tests was von 500 oder sogar 1000 pF Kapazität lese sagt mir das genug.

Freundliche Grüße
Jörg

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14.10.2023 14:21 (zuletzt bearbeitet: 14.10.2023 14:24)
#15
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Der Burosch NF-200 war ein Audioanalyzer, der bereits erheblich mehr kann, als die übliche Ausstattung einer 08/15-Werkstatt. Der Klirr kann bei diesem Gerät in der empfindlichsten Stufe bei Vollausschlag 0,1% anzeigen. Auch 0,01% können noch bequem ausgelesen werden. Ebenso ist ein Ausgang für ein Oszilloskop zur Analyse vorhanden. Diese Geräte wurden auch in Sony-Werksniederlassungen auf den Hifi-Reparaturplätzen eingesetzt. Es wurden jedoch nur 253 Stück davon hergestellt. So ein Gerät kostete seinerzeit über 3.000,- DM. Die Aussage "fast nichts" liest sich da doch ein wenig sarkastisch.

siehe hier

Mal ganz allgemein: das Ergebnis einer Reparatur kann mit einem AP-Analyzer zwar eindrucksvoll nachgewiesen werden - am Ergebnis derselben ändert sich jedoch nichts. Erfolgreiche Reparaturen haben äußerst selten als Ergebnis, dass sie zwar gehörtechnisch in Ordnung, messtechnisch aber noch (geringe) Fehler offenbaren. Dies kommt in deutlich weniger als in einem Prozent aller Fälle vor. Weshalb also immer wieder mantraartig zu verlangen, dass an jedem Reparaturplatz unbedingt ein wirklich teurer Audio-Analyzer stehen müsste, den letztlich die vielen Kunden, die diese Messungen für verzichtbar halten, bezahlen müssten.
Ich kenne Pierre Wittig seit vielen Jahren als Kollegen. Der Ruf seiner Werkstatt ist untadelig - und das mit "nur" einem Burosch NF-200. Das geht auch so.

Wenn man das Öl an einem Ferrari in einer "Hinterhof-Werkstatt" wechseln lässt, ist das mit Sicherheit deutlich weniger teuer als in einer spezialisierten Ferrari-Werkstatt - es ist aber nicht zwangsweise schlechter!

Beste Grüße Armin von good-old-hifi

gewerblicher Geraffelrestaurator - arbeitet seit 1969 in der Hifi-Branche


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