Audio Research D-90

31.07.2023 10:47 (zuletzt bearbeitet: 31.07.2023 11:32)
avatar  Scope
#1
avatar

Die D-90 würde ich durchaus als legendären Klassiker bezeichnen, denn mittlerweile sind diese Verstärker 40+ Jahre alt.
Mit dem optischen Charme eines Gabelstapler-Ladegerätes kann ich persönlich aber nicht allzu viel anfangen.

Ich habe an dem Gerät erst mal die wichtigsten Eigenschaften überprüft, und bin zu dem Entschluss gekommen, dass es zwar Alterungserscheinungen gibt, die aber im täglichen Betrieb (wer betreibt sowas noch täglich?) nicht störend wirken.



Das Hauptproblem der Endstufe ist ihre Stromaufnahme. Ich bin diesbezüglich kein Ökofreak und betreibe sogar ab und zu klassische Oszilloskope, die es auf 600W bringen, aber eben nur 1 mal im Monat, für vielleicht eine Stunde.
Die D-90 bringt es auf fast 400W idle, was für den täglichen Gebrauch einfach zuviel ist....meine ich zumindest.


Die abgestrahlte Hitze ist nach meinem Dafürhalten enorm.


1980 legte man auf riesige Schraubklemmen noch keinen Wert. Die Klemmen sind vergleichsweise winzig.



Erste Bestandsaufnahme:
Geräuschspannungsabstand (also mit Bewertungsfilter), bezogen auf 1Watt: 86 dB für beide Kanäle. Unbewertet fällt ein Kanal merklich gegenüber dem anderen ab, da sich dort irgendwo Netzbrummen einschleicht.

FFT, Ch 1 & 2. Ch.2 gegenüber Ch 1 um 200 Hz zur besseren Sichtbarkeit erhöht. Nur K2, ein Kanal mit leichten Netzstörungen (unter normalen noch unhörbar) Laut manual sollte unter diesen Bedingungen nicht mehr als 0,005% THH zu messen sein. In diesem Fall sind es um die 0,025 %



Amplitudenfrequenzgang, 1W, (immer an der 8 ohm Klemme und mit 8R gemessen) .


Es dürfte am (unbekannten) Alter der Röhren liegen, denen in diesem Gerät laufend viel abverlangt wird. Eine Testmöglichkeit für den verwendeten Typ habe ich zurzeit nicht zur Verfügung.
Es werden noch knapp über 78W (1% THD) pro Kanal, bei ca. 230V Netzspannung erreicht. Das sind etwa 75 - 80% von dem, was bei 1KHz laut Manual drin sein sollte.
Da hier natürlich kein Bewertungsfilter gesetzt wird, erkennt man bei kleineren Pegeln den zunehmenden Einfluss des Netzbrummens auf einem der beiden Kanäle. Das ist aber noch nicht dramatisch.


 Antworten

 Beitrag melden
31.07.2023 12:12 (zuletzt bearbeitet: 31.07.2023 12:13)
avatar  hififan
#2
avatar

Was ein Prügel. Immerhin kein Revisionsbedarf. Und das nach 40+ Jahren!

Danke für die Vorstellung.

Schönes altes Geraffel? Her damit!


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!