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Luxman L-525
Diesen optisch sehr gut erhaltenen L525 habe ich gerade eben über ein normales Tauschgeschäft gegen ein "Scope" erstanden. ;)
Ein kleiner Bericht über die nötigen Arbeiten und eine komplette Vermessung folgen.
Den heutigen Vormittag habe ich mal am alten Luxman verplempert.
Ich habe es ja bereits vorher schon mal erwähnt, aber nach meinem Dafürhalten, wird die Verarbeitung und das Material im Inneren, dem optischen Erscheinungsbild nicht ganz gerecht. Er ist sowas wie ein Angeber 
Verstecken muss sich das Gerät vor anderen Japaners der besseren Sorte aber auch nicht, obwohl an einigen Stellen schon ziemlich gespart wurde. 
Die wackeligen Lautsprecherklemmen erinnern an die damalige 600 Mark Klasse. Der Lux kostete damals 2500 Mark.
Dafür ist die Front schön, und das Gehäuse stabil.
Auf dem Bild kann man die fiesen Polklemmen erkennen, die aber trotzdem funktionieren, wenn man sie nicht überstrapaziert.
Das weiße Kästchen ist eine Adapterbox, die dazu dient, während der Fehlersuche eine Schnittstelle zum "Monitorscope" zu bilden. Sie enthält lediglich zwei 20W Widerstände und die Buchsen zur Übergabe an das mitlaufende Oszilloskop, das nur diese eine Aufgabe übernehmen muss. Hier würde jedes 10 MHz Standardgerät ausreichen.
Während der Fehlersuche IM Defektgerät, hat man so zu jeder Zeit beide Kanäle und deren grundsätzliches Verhalten im Blick, während man mit dem Servicescope im Gerät selbst nach fehlern sucht. Das hat sich als vorteilhaft herausgestellt. 
Der 525 schaltete durch, war aber extrem klopf empfindlich. Ein einziger "Wackelkontakt". Während das Mainboard abgeklopft wurde, ging das Gerät zeitweise in protection. Auch fielen beide Kanäle wechselseitig im Pegel ab, oder zeigten deutliche Uerzerrungen.
Was sofort auffiel, waren die beiden historischen Röderstein Elkos, die zusätzlich und relativ sorgfältig in das Gerät eingebaut wurden.
Das muss vor langer Zeit geschehen sein. Zuerst dachte ich, dass man die gealterten Elkos damit "aufbessern" wollte, aber das war hier nicht der Fall. 
Es wurden nämlich auch weiteres "Tuning" ausgeführt.
Die Railspannungen wirden über zusätzliche 1,5er Leitungen an die Leistungstransistoren geführt, und das Ausgangssignal zum Relais ebenfalls.
Zwar ist das original Desing mit den recht dünnen Drähten nicht unbedingt "High-Current friendly" , aber in der Praxis gehe ich nicht davon aus, dass man dadurch am Ende etwas gewonnen hat.
Verschlechtert hat sich aber auch nichts.
Die Original Elkos habe ich dennoch geprüft, und mit >90% für gut befunden Insgesamt stehen jetzt etwa 4mF mehr zur Verfügung.
Ich hätte aus optischen Gründen japanische Elkos (radial) verwendet, aber vielleicht ist der Umbau schon über 30 Jahre her, und der Tuner hatte nichts anderes bekommen?
Die Lautsprechergruppen werden hier über zwei "tiny switsches" geschalktet, was auch nicht gerade toll ist. Das Tuning umfasste auch den Wechsel der Leitungen zu diesem Schalter, und zurück zu den Buchsen. Das wurde sauber umgesetzt. 

Was ich machen musste:
* Balance Potis spülem (T60)
*Einige Schalter spülen
*Haupt pcb weitgehend nachlöten
*Relais vorsorglich austauschen

Zum Glück gab es hier keine Probleme mit dem Einganhs Wahlschalter.
Die Entzerrerplatine war ein einziger Wackelkontakt. Die kann man getrost komplett nachköten und hat genug zu tun.
Auch der darauf befindliche Schalter macht im Alter Ärger. Fanboys bauen ihne aus und zerlegen ihn. Hier muss die dreimalige Spülung mit T6 reichen. Der ist erst mal ruhig. Ist das Board in allen Schalterpositionen wieder klopffest, kann es zurück unter seine Haube.
Offset der Stufe kann man bei dieser Gelegenheit auch prüfen und ggf. nachstellen.
Ein paar Messungen
Die Cinchbuchsen des 525 sich "dicker" als üblich. Viele Stecker lassen sich mit vertretbarer Kraft nicht aufstecken. Neutrik Profi und Spannzangen (WBT etc) sind da vorteilhaft.
Phono MM : Messungen immer mit 5mV, Störabstand bewertet, 88dBA Ch1 und 87 dBA Ch2 an Tape out gemessen. Gain 37 dB, Eingangskapazität etwa 170 pF
Entzerrung: 
Wunderbar....
FFT sieht auch gut aus. wie üblich keine Verzerrungen sichtbar. Relativ brummarm.
Übersteuerungsreserven bis 200mv, ausgezeichnet.
Messungen Hochpegeleingang
Frequenzgang , Direkt, ohne Klangregler. unten mit Subsonig und Hi-Filter, via tone in Nullpos.
Nochmal bis 200KHz, Potentiometer etwa 10 Uhr, 1W , 8R
Guter Gleichlauf auch im unteren Bereich
FFT, 1W, 1KHz, 8R, Ch1 . So sollte es aussehen, wenn alles stimmt:
Ch 2 kränkelt, trübt aber in diesen Bereichen den Hörgenuss noch lange nicht.
THD&N vs. Freq. , 1W, 8R, 80 KHz bw
Die Ursache liegt im Bereich des Endverstärkers und zeigt sich mit zunehmender Leistung deutlicher.
THD&N vs. Power, 1 KHz 8R , bcd.
Das sieht auf der Grafik besorgniserregend aus, wurde aber nie bemerkt, und wird auch nicht bemerkt, da es gerade in kleinen und mittleren Leistungen sehr gering ist, und die Verzerrungen selbst bei 100W noch um 0,06% liegen.
Trotzdem ist das nicht ok, und auch nicht schön, WENN man es denn weiß ;) . Das ist der Fluch, wenn man solche Meßgeräte verwendet. Vorteilhaft, wenn man mit den Größenordnungen gut umgehen kann.
Die Ursache könnte in einem defekten Halbleiter, oder einem Übergangswiderstand in der Lautsprecherleitung bis zu den Buchsen zu finden sein. Das Relais kann ich ausschließen, da neu. Eventuell werde ich die Sache später nochmal verfolgen.
Was das äußere Erscheinungsbild angeht, sind die Geräte aus dieser Serie für mich die schönsten Vollverstärker mit heller Frontplatte.
Da kamen die Marktbegleiter optisch einfach nicht mit. Beim Blick unter den Deckel nimmt der Zauber allerdings rapide ab.
Das hat Scope ja schon mit seinen Bildern gezeigt.
Als der Kram damals aktuell war, hat die Kohle leider nur für den L-410 gereicht - Rosenholzgehäuse war also nicht drin.
Heute sind die Dinger bezahlbarer geworden, so dass ich mir vor ein paar Jahren den L-550 gegönnt habe, der ja hier auch schon vorgestellt wurde.
Das ist nachvollziehbar, da dir der Missstand ja nach einer Prüfung bewusst wäre.
Gestört hätte er dich aber nie, und bemerkt hättest du es auch nie, aber dennoch ist es "nachvollziehbar".
Es stellt sich aber die Frage, ob du als (fiktiver)
Besitzer auch bereit dazu wärst, die Kosten für eine Behebung zu zahlen.
Ich bin mir sicher, dass du es dann nicht mehr "revidieren" lassen würdest. Es wäre umgehend vom Tisch. Aber sowas von umgehend. 
Wie würdest Du nach dem Fehler suchen? Treibertransistoren tauschen, dann die Arbeitswiderstände der Treiber? Oder Emitterwiderstände der Endtöpfe? Oder alles von der guten Seite einzeln rübertauschen?
Danke für den Bericht.
Ich kenne das Gerät nicht aus eigenem Augenschein, aber „schön“ nun ja, dicke Hose kann ich nachvollziehen,
Den Quatsch mit dem Holz - ich verstehe das nicht - 2500 DM und kein Budget für ein schön schwarzes oder silbernes Deckgehäuse?
Dann - ich mag mich täuschen - sehe auf den Bildern aber mindestens drei unterschiedliche Silbertöne an der Front - wer macht denn so etwas.
Dann diese roten Knöpfe.
Mich hätte das Gerät nie interessiert. Bei der Summe erwarte ich ein komplettes, stimmiges Design kein Stückwerk - mal unabhängig von dem inneren Umsetzungen.
Ja, so in etwa, nachdem ich die Last testweise direkt auf der Platine, am Ausgang anggeschlossen , und auch genau dort gemessen hätte.
Wenn sich da nichts, oder zu wenig verbessert, müsste man eine relativ aufwendige Suche durchführen, die man "in Circuit" mit Komponententestern nicht machen kann.
Also schrittweise durcharbeiten und zwischendurch immer wieder messen, was passiert. Eine Arbeit, die eigentlich keiner braucht, mit einem Nutzen, den keiner bemerkt. Das ist keine vorteilhafte Kombination, wenn du mich fragst.
Zitat
Ich kenne das Gerät nicht aus eigenem Augenschein, aber „schön“ nun ja, dicke Hose kann ich nachvollziehen,
Die Geräte mögen polarisieren. In der Hi-Fi Welt gibt es immer Designs, die stark polarisieren. Jemand mit dem Hang zu einem voluminösen, polierten Masselaufweke wird sich eher selten mit einem Brettspieler oder einem alten Thorens verheiraten.
Umgekehrt ist das auch oft so, wobei da in den meisten Fällen schon die Bereitschaft für hohe Investitionen fehlt.
Was man aber attestieren muss:
Die L500 Serie wird neben einer sehr überschaubaren Gruppe von Vintage Vollverstärkern von der Community zu
den optisch schönsten Geräten gekürt, was sich auch in der Verkaufspreisen für Gebrauchtgeräte wiederfindet.
Zitat
2500 DM und kein Budget für ein schön schwarzes oder silbernes Deckgehäuse?
Genau. Es ist GERADE dieser Holzdeckel, den die Fans so lieben. Ich käme damit auch gut zurecht und könnte mich daran erfreuen. Das war der Zeitgeist,
und heute ist es eine Art "Kult", die natürlich nicht jeden ansprechen kann.
Zitat
Dann diese roten Knöpfe.
Die hätte ich da jetzt auch nicht unbedingt benötigt....However..."Irgendwas ist immer" 
Zitat von Scope im Beitrag #11
Wenn das Gerät schön "frei" aufgestellt, und beispielsweise mit einem schonen Laufwerk kombiniert wird, würde ich es sehr gerne in einem dritten Hörraum aufstellen.
Leider habe ich DEN aber nicht.
So in etwa?

Damals in den All Akustik Katalogen sahen die Dinger schon immer so hinreißend auf irgendwelchen Sideboards drapiert aus.
Zitat von hpk im Beitrag #8
Den Quatsch mit dem Holz - ich verstehe das nicht - 2500 DM und kein Budget für ein schön schwarzes oder silbernes Deckgehäuse?
Es gab auch einen passenden Tuner dazu, für die kleinen Serien im Blechkleid, oder, für 300 Deutsche Mark mehr, im Rosenholzkleid.
Eine Budgetfrage war das damals nicht...
Alles gut - ich schaue mir die eben heute mit meinen Augen an und so über Fotos wirkt der auf mich klotzig und nicht bis zu Ende gedacht und ja, das ist eine Frage von Budget und den Prioritäten.
Ich hab auch noch einmal geschaut der l500 ist vom Design her doch auch ein ganz anderes Kaliber. Der 525 sieht dazu deutlich verunglückt aus.
Bitte nicht vergessen das spielt sich in einer Zeit ab, da Braun mit den Atelier Geräten am Markt war. Die Kunden in Europa zumindest Design und Hochpreis kannten und zu schätzen wussten.
Selbst Yamaha Vollverstärker aus dem Preissegment und der Zeit sehen deutlich stimmiger aus, meiner bescheidenen Ansicht nach und Yamaha und Design - da sehe ich eher die technische Zweckmäßigkeit, als den Anspruch ein stimmiges Produktdesign zu erzeugen - was ja in Ordnung ist - bis zu einer gewissen Preisgrenze. Bei höher und hochpreisigen Geräten sollte das Produktdesign, dann aber im Fokus liegen.
Den, nee, meinen diesen Anspruch sehe ich bei dem 525 nicht erfüllt.
Muss er auch nicht - ich habe mir bei vielen Gräten die Nase am Schaufenster flachgedrückt - bei dem sicher nicht. Das Gerät war vermutlich aber auch noch 4 bis 5 Jahre zu früh für meine Schaufensterphase auf dem Markt.
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