Akai CD 93

02.04.2026 18:00 (zuletzt bearbeitet: 03.04.2026 10:09)
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Der CD 93 war seinerzeit das Spitzenmodell der Serie und überzeugt vor allem durch sein schweres Gehäuse, und den
Schubladenmechanismus aus Metall. Alleine der 4 mm starke Deckel dürfte aus 3 Kg kommen.

Davon profitiert man beim Hören einer CD natürlich nicht, aber sowas spielt sich im gehobenen Preisbereich ohnehin, wenn überhaupt nur
in den Köpfen der Leute ab.



Ein kleines, aber feines Detail findet sich auch in im Antriebssystem der Lade, die in zwei Fahrstufen öffnet und schließt. Etwa 30mm vor Erreichen der Endpositionen, reduziert sich die Geschwindigkeit und sorgt für sanftes öffnen und schließen.



Die CD wird durch einen großen Teller von der Oberseite "stabilisiert" , was vermutlich eventuelle Höhenschläge reduzieren soll. Es ist vergleichbar mit dem
VRDS System von Teac, weicht aber etwas davon ab, da hier der Antrieb (wie üblich) auf der Seite der Informationsschicht der CD liegt.



Die Verarbeitung des Gerätes, besonders des Gehäuses ist gut, es gibt aber an einigen Stellen sehr seltsame Vorgehensweisen bei der Bedrahtung.
Es wurden stellenweise verzinnte Litzen in Federkontakte geschoben, was dem sonstigen Aufbau nicht gerecht wird. Das ist "Strick" und für mich auch unverständlich.


Der "brave" Besitzer hat die BDA mit Paketband auf dem Deckel befestigt, und das Gerät dann lange Zeit gelagert. Die Rückstände darf er selber entfernen, und wenn er Pech hat, glänzen die Stellen danach wie eine Speckschwarte. Da halte ich mich zurück ;)



Das eigentliche Problem mit dem CD 93 und auch so manchem CD 73 ist das "Tray-Jitter" Phänomen.
Es macht sich durch eine Art "Endlosschleife in der Ablaufsteuerung bemerkbar. (MPU , pin 59). Der Kontakt "Clamer down" wird angefahren, was dann aber "irrtümlich" dazu führt, dass der entsprechende Motor kurzzeitig in reverse geschaltet wird, un in dieser Schleife gefangen bleibt. Ab und zu geht die Lade auch wieder auf, aber der Einlesevorgang wird nicht gestartet.

Nach wechsel der MCU stand fest, dass sie hier nicht dafür verantwortlich war. Die sitzt bei den Akai tatsächlich in einer Fassung. Ebenso wenig sind hier die Kontakte ein Problem. Alle Endschalter, die mit dem Ladevorgang in Verbindung stehen, sind ok.

https://youtu.be/6jGWvQyCWmA

Lädt man die CD "von Hand", was nach einigen Versuchen gelingt, wird der TOC gelesen. Ein starten der Wiedergabe ist aber nicht möglich.

Ursache ist bei diesen Symptomen fast immer eine defekte Lasereinheit, wobei hier nicht der Laser selbst, sondern Teile des Linearmotors betroffen sind.



Dieser besteht aus zwei Teilen, einer Antriebsspule (rot) ca. 30 ohm, und einer Sensorspule (gelb) mit etwa 3,3 K ohm, die DANN mit Sichergeit hochohmig ist. Dadurch kommt es bei den Akai Geräten zu genau diesem Problem. Unklar ist, warum es bei Akais anscheinend gehäuft zu dem Fehler kommt, da Geräte von Sony oder Denon mit der KSS 151 eher selten betrofen sind. Mir ist zumindest noch kein Fall bekannt.

Für diesen CD 93 muss ein CD 73 geopfert werden. Zwar ist die Spule theoretisch reparierbar, aber der Draht ist extrem fein, vergleichbar mit einem MM TA.

TBC....


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