Nakamichi RX-202E

13.02.2026 15:38 (zuletzt bearbeitet: 13.02.2026 19:47)
avatar  Scope
#1
avatar

Ich bin ja nicht gerade jemand, der sich sehr gerne mit Tapedecks beschäftigt, aber hier habe ich mich mal breitschlagen lassen.
Habe mich vorher bei einem Belannten erkundigt, welche (versteckten) Schrauben ich beachten sollte, damit alles glatt läuft.

Und es lief sogar glatt.

Dem Gerät lag ein Riemensatz bei, der augenscheinlich von Nakamichi stammt. Zumindes deutet ein Aufkleber auf der Tüte darauf hin.
Enthalten ist der Capstran-Flachriemen , ein Idlergummi, und ein Kantriemen für den Wendemechanismus.

Da der Idler hier bereits in der neueren Zahnradversion verbaut ist, wurde das Idlergummi nicht gebraucht, liegt aber wohl immer bei.
Die Dinger machen ja permanent Ärger.

Zuerst stellte ich fest, dass der Stellmotor nur kurz zuckte. Er liess sich nicht dazu bewegen. ordentlich anzulaufen, was vermutlich
an den Schaltzungen der Nocken, oder am Motor selbst lag.

Also Laufwerk ausbauen, abstecken und alles nötige daran durchführen.





Der Stellmotor (Supportmotor) funktionierte über eine externe Spannung ordentlich. Die Schaltzungen wurden gereinigt, der Hauptriemen erneuert, die Capstanwelle und Andruckrolle gereinigt. Die Rolle sieht sehr gut aus.



Zum Lösen der seitlichen -unteren- Schrauben braucht man entweder einen sehr kurzen, oder einen sehr langen Schraubendreher. Für die lange Variante sind extra Aussparungen vorgesehen. So lang wie der Abgebildete muss er nicht sein, er macht aber dort was er soll.
Original habe ich mir den zum Wechsel der Objektive an Sony Röhrenbeamern angefertigt. Da braucht man >400 mm.

Die Cassette wird über zwei Greifärmchen geklemmt, die man ebenfalls aus- und einbauen muss.





Da der Idlermotor vercrimpt ist, kann man ihn nur in ausgebautem Zustand testen. Von einer Zerlegung habe ich abgesehen, da er auch in jeder Position bei minimaler Spannung sauber anläuft.

Nachdem dann die Front wieder montiert war, stellte ich fest, dass das Birnchen nicht überlebt hat...Also nochmal demontieren, und auswechseln.





Das Gerät hat eine hohe Laufleistung. Einige Tasten (Play , Stop) haben keine Beschriftung mehr. Die ist abgegriffen, was aber nicht besonders stark auffällt.



Jetzt wollte ich natürlich wissen, wie es um den Gleichlauf bestellt ist. Die Prospektwerte werden nicht erreicht, aber selbst mit der 3 KHz Cassette ist kein Jammern vernehmbar.
Im Spektrum erkennt man zwei auffällige Seitenbänder (+/- 100 Hz) Ob da die Motorspannung verbrummt ist? Das prüfe ich noch.



Ansonsten werden etwa 0,11 bis 0,12 %, bewertet, RMS gemessen, was deutlich über der Werksangabe von 0,06% liegt.

Dem Hörgenuss steht das aber noch nicht im Weg.


 Antworten

 Beitrag melden
13.02.2026 16:33
#2
avatar

Danke Scope, das ist ein interessantes Gerät, wo die Kassette ein Stück rausgefahren und dann gedreht wird. (Oder irre ich mich da?)
Ob das einen Vorteil bringt weiß ich nicht aber, es sieht vermutlich cool aus.


 Antworten

 Beitrag melden
13.02.2026 16:53 (zuletzt bearbeitet: 13.02.2026 19:43)
avatar  Scope
#3
avatar

Das 202 war damals das kleinste Gerät der Wencecassetten-Decks. Es gab noch ein 303, und das 505 als Dreikopfgerät.

Das Drehen der Cassette selbst, minimiert die Probleme der damaligenb "normalen" Reversetechnik, wo der sehr kleine Kopf+Löschkopf selbst gehreht wurden.
Durch das Drehen der gesamten Cassette werden beide Seiten gleich "gut" behandelt, was aber mit viel mechanischem Aufwans erkauft wird.

Den mechanismus gab es für Händler auch in einem Schaukasten aus Plexiglas, wo man das im Schaufenster stundenlang beobachten konnte, wenn man nix zu tun hatte ;)

https://www.youtube.com/watch?v=-Tx1bOu4Ilo


 Antworten

 Beitrag melden
13.02.2026 20:29 (zuletzt bearbeitet: 14.02.2026 18:47)
avatar  Scope
#4
avatar

Die 100 Hz Störung konnte ich zwar deutlich reduzieren (4700µ /16 V in der 12V Versorgung erneuert), aber am Gesamtergebnis ändert das nichts.
Es bleint bei 0,11%, WRMS, was eventuell an den verwendeten Riemen, oder alten Lagern liegt.

Die Geschwindigkeit habe ich nochmal minimal nachjustiert. Der Besitzer wird damit seht zufrieden sein....Ich WÄRE es auch, wenn
ich denn einen Recorder haben wollte. Es iit "gut genug" um im Wohnzimmer nicht aufzufallen ;)


 Antworten

 Beitrag melden
14.02.2026 00:15
#5
avatar

Ich habe ja vor kurzem gleiches Modell bekommen-mit ähnlichen Altersproblemen-hier war noch ein Idlergummi verbaut-das war steinhart-wie öfters bei den alten Decks-aber das zu zerlegen für vernünftigen Service ist nicht kompliziert-wenn man weiss wie-da ich ja viele Nakas besitze kenne ich alle Tricks um das recht zügig zu demontieren-beim 505 ist es etwas schwieriger da hier das ältere Laufwerk verbaut ist welches etwas grösser ist-ähnlich wie im Dragon...ist mit etwas Laufwerkserfahrung kein Hexenwerk-wenn man erstmal eins gemacht hat ist das nächste schon Routine...


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!