Sansui C-77

23.11.2025 18:39 (zuletzt bearbeitet: 24.11.2025 10:56)
avatar  Scope
#1
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Darf es auch etwas weniger sein? Dann wäre der C-77 vielleicht eine Option.

Es gab ein paar Pflegearbeiten und eine neue Birne für das Fader-Fenster, das via Farbscheiben die Faderposition anzeigt
Rot, blau, oder eben beide anteilmäßig.

Der Vorverstärker ist ein typisches Gerät der 1980iger Jahre und fällt in die Budget Abteilung.
Eine Vorstufe für damals 600 Mark war auch nicht gerade üblich, und an jeder Ecke zu bekommen.

Die Ausstattung ist dabei gar nicht mal so schlecht, es gibt sogar einen Eingang für MC Systeme.
Wunder sollte man aber von diesem Verstärker nicht erwarten. Schaut man in den Rückspiegel, wird man nicht viel sehen.

Als "Gimmick" ist der interne Fader (Mixer) zu sehen. Mit ihm kann man motorisch getrieben zwischen zwei Quellen
fadern, die man separat festlegen muss. Es gibt also zwei Eingangswähler.

Seilzug wie in einem alten Tuner Das fading kann man von Hand, oder auch automatisch wählen.


Variable Loudness und ein paar Filter, die ich hier aber nicht geprüft hanbe...Braucht keiner.


Phono übernimmt ein sehr günstiger OPA, MC prepre über ein paar Transistoren.


So schaut er aus


Es gibt einen geteilten Lautstärkeregler, der aber ordentlich schleppt. Hochwertige Potentiometer gibt es hier natürlich nicht.

Hinten keinerlei Überraschungen


Messtechnisch muss man hier Abstriche machen, die dem guten Klang aber noch lange nicht im Weg stehen. Einige werden das zwar vermuten, aber alles was da übel erscheint, ist schlichtweg viel zu wenig, um dramatisch zu verfärben.

Ein paar Messungen

Hochpegel (AUX), loudness aus, alle Regler in Neutralstellung, 0,5V rein, 1V raus.

FFT, Ch1:


Ch2:


THD&N (22K) 0,009 bzw. 0,006%

Es gibt auf einem Kanal etwas stärkere Netzstörkomponenten, die aber harmlos bleiben.


THD&N vs. Freq. (80K)


CCIF IMD , das sind 0,012 % für F2-F1


Frequenzgang. Durch das geteilte Potentiometer bekommt man exakten Gleichlauf selbst am Meßgerät schwer hin.
Der Hochpass ist noch nicht allzu dramatisch, aber untypisch. Könnte an etwas müden Koppelelkos liegen....oder auch nicht



Phono MM

mit etwa 400 pF (FTZ Kondensatoren)

FFT, 5 mV , gemessen am rec out. Verstärkung um 35 dB
Die einsame zweite Harmonische liegt bei etwa einem Hundertstel , mindestens aber 1/50 el von dem, was euer System aus der Rille holen kann ;)
Die Brummstörungen sind da schon eher unschön und liegen doch etwas hoch.



Fremdspannungsabstand bezogen aus 5 mV , unbewertet gerade mal 60 dB. Bewertet kommt er auf 75.
Abgeschlossen mit 600R. Das ist weit unter Durchschnitt, müsste man mal genauer überprüfen, wenn man damit in Vollendung Platten hören möchte.

Amplitudenfrequenzgang Rot ohne System, direkt gemessen, Magenta mit System, 480mH +20pF, die beiden anderen mit 120 bzw 220 pF.


Hier müsste man also auch Hand anlegen, wenn man unbedingt Platten damit hören möchte.

Die Übersteuerungsreserve bei 1KHz, ist mit 100 mV voll im grünen Bereich.


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24.11.2025 13:05
avatar  hififan
#2
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Wo kommt der Brumm her? Elkos platt? Keine ausreichend saubere Versorgungsspannung für den Phono OP? Kein Spannungsregler, nur R-C Filter?

Die Kunst, sehen zu können, ist eine wunderbare Gabe, und wer noch staunen kann, wird auf Schritt und Tritt belohnt. (Oskar Kokoschka)

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24.11.2025 13:41 (zuletzt bearbeitet: 24.11.2025 13:51)
avatar  Scope
#3
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Zuerst muss man festhalten, dass die Brummstörung wohl immer noch geringer ausfällt, als das, was man sich nicht selten später über die Leitung bis zum System wieder einfängt.

Darüber sprechen die meisten Leute aber nicht, weil sie sich damit arrangieren. Erst wenn es unüberhörbar wird, geht das Gejammer los ;)

Ich würde an diesem Gerät dennoch das Netzteil prüfen, oder überholen, denn die ursprünglichen 80 dBA werden nicht erreicht.
Aber wie wurden diese 80 gemessen? Welches Bezugsmaß wurde verwendet? Das bleibt offen.

Alles egal, denn es wird kein weiteres Geld in das Gerät investiert.
Deine defekten Welter Monos brummten stärker....Du hast sie geliebt. Noch Fragen?

Der Großteil der Leute kennt den Zustand ihrer Schätzchen nicht, und das ist auch gut so. ;)
Würde man es ihnen erzählen, wüssten die meisten gar nicht, was ich da überhaupt rede.

Wie auch immer, das ist ein sehr simples Gerät ohne Anspruch auf gute Eigenschaften.


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29.11.2025 15:15 (zuletzt bearbeitet: 29.11.2025 15:56)
avatar  Scope
#4
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Vorhin habe ich dem Gerät noch eine halbe Stunde gegönnt, um den Phonoverstärker noch etwas zu verbessern.
Da ich aber keine trockenen Elkos gefunden habe, wurde einfach ein RC Filter in die 34V Versorgung des OPA und MC Pre eingelötet.
200 Ohm und 100 µ sind es geworden, was bereits einen messbaren Fortschritt brachte. Nicht nur bei der Beurteilung der Spannung mit einem DSA, sondern auch am Ausgang der Phonostufe selbst.

Bezogen auf 5mV erreiche ich jetzt etwa 65 dB und 81 dBA, bei 600 ohm Abschluss der Eingänge. Das ist fast auf dem Niveau des PP400, und auch etwa das, was man noch erwarten kann. Einen noch rauschärmeren OPA werde ich dort nicht einlöten. ;)


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29.11.2025 17:08
avatar  hififan
#5
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Sehr schön, so macht das mehr Freude.

Die Kunst, sehen zu können, ist eine wunderbare Gabe, und wer noch staunen kann, wird auf Schritt und Tritt belohnt. (Oskar Kokoschka)

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29.11.2025 17:12 (zuletzt bearbeitet: 29.11.2025 17:13)
avatar  Scope
#6
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Wenn du das sagst ?


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