Übersteuerung von Phonostufen ?

07.09.2025 16:00 (zuletzt bearbeitet: 08.09.2025 17:56)
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Als mögliche Ursache für unterschiedlichen Klang (!) verschiedener Phonoentzerrer werden hin und wieder
Übersteuerungen genannt, die gerade bei sog. "lauten" Tonabnehmern angeblich vorkommen können, wenn man entsprechende Platten auflegt.

Wie wir alle wissen, wird die Aussteuerungsgrenze zur Übersteuerung normalerweise nur bei 1 KHz gemessen. Eine Frequenz, bei der das RIAA Netzwerk also keinen Einfluss auf die Ausgangsamplitude, bzw. die Verstärkung nimmt.
Fast alle Hersteller beschränken sich darauf, was m.E. auch in Ordnung ist.
Hin und wieder wird aber zusätzlich mit z.B. 20Hz oder auch 20000 Hz am abs. Rand gemessen.
Da die Verstärkung in diesen Bereichen um bis zu Faktor 10 größer bzw. kleiner ist,
kommt es auch zu anderen Ergebnissen, besonders dann, wenn man das Signal direkt, ohne Korrekturen in die Phonostufe einspeist. Gleichzeitig kommt der Sache aber entgegen, dass die Ausgangsspannung des Systems in diesen Bereichen
antiproportional dazu ist.

Soviel zu dem, was die meisten bereits wussten. Aber wer hat sich eigentlich schon mal damit beschäftigt, was auf einer Platte "drauf" ist?

Das wollte ich wissen...Zumindest in Ansätzen.
Dazu erst mal eine Mess Schallplatte mit dem Standard Referenztrack 1 KHz, Schnelle 8 cm/s . um zu erfahren, wwas das System daraus macht.
Informationen zur Schnelle gibts im Netz.

Mit so einem Signal wird die Ausgangsspannung von Tonabnehmern gemessen und in den Specs. angegeben.
Ich verwende hier im Testgerät ein AT 440MLb , das hier mit diesem Track auf 6,4 mV rms kommt.

Eine ganz einfache Phonostufe aus einem Technics VV stellt eine gute Grundlage dar, wobei einige wesentlich teureren Geräte da bereits deutlich schlechter performen ...Es reicht aber auch dort immer noch voll aus. ;)



Bei 20 Hz dürfte man dort noch knapp 20 mV einspeisen, bei 1KHz etwa 150 mV, und bei 20 KHz über ein V, bevor Clipping einsetzt.

Das alleine sagt zwar viel über die Eigenschaft der Phonostufe, aber nichts über das aus, was aus der Platte kommt.
Um das zu messen, habe ich das Signal 100 x verstärkt, da ich das Signal über unterschiedliche Filter untersuchemn wollte, was ich aber wieder verworfen habe. Also alles was man "da " sieht durch 100 teilen.

Als Platten habe ich zum Testen ein paar LP versucht.
Die fielen aber sofort raus, da sie keine Challenge waren.

und zwei Maxi Singles
Pumr up the Volume, Mars
It Takes me Higher, Ganymed

Und die haut richtig rein, schmiss damals so manches 50 Mark System bei 00:09 aus der Rille.
OK, heute nicht mehr ;)

https://www.youtube.com/watch?v=9xtO_YFftoI

Ja, ich war auch mal jung und habe richtig schlechte Platten gehört.;) Obwohl, auf einer Party nach 3 Longdrinks auch heute noch gut!

Und "was" sieht die Phonostufe vom AT440 kommen ?



Ich habe zusätzlich kurte Passagen auch analog auf Speicherröhre aufgezeichnet, da einige jetzt von Samplingfehlern bzw. mangelnder Erfassung usw. reden könnten. Es deckt sich ganz gut.
Dargestellt wird ein Zeitraum von 2 Sekunden. Das reicht , da die Scheibe recht monoton ist ;)
Es werden im Maximum etwa 6,5 mV peak erreicht, was etwa 5,5 mV RMS entspricht.

DAMIT lässt sich eigentlich keine Phonostufe ernsthaft übersteuern....Nicht mal eine billige. Es sei denn es gibt einen derben Knackser auf der Scheibe.


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08.09.2025 13:39 (zuletzt bearbeitet: 08.09.2025 14:24)
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#2
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Wenn man in uralten Illustrierten blättert, wird man auf Messungen stoßen, die heute kaum noch veröffentlicht werden

Stereoplay 1986.
Zwar war die CD schon ein paar Jahre am Start, aber die Platte war noch lange nicht weg....

Vier Vorverstärker der etwas besseren Sorte..

Gemessen wurde mit 50 Hz, 1KHz, und 15 KHz...Durchaus gebräuchlich.

Bei der Burmester unterstelle ich einen Druckfehler, es würde so nicht funktionieren, und auch der AL und eine hier nicht abgebildete Krell hatte Werte, die von einem PP-400 bereits
ordentlich übertroffen werden.


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